Bildvokabular – Die visuelle Sprache für Business und Kommunikation

Kurzbeschreibung des Begriffs

Ein Bildvokabular (bzw. Bildsprache) ist eine systematische Sammlung einfacher, wiedererkennbarer Symbole und Bildzeichen, die zur visuellen Kommunikation in Meetings, Workshops und Präsentationen eingesetzt werden. Ähnlich wie ein Wortschatz in einer Fremdsprache bildet das Bildvokabular die Grundlage, um Inhalte schnell und verständlich zu visualisieren – ohne künstlerisches Talent.

Detaillierte Erläuterung

Ein Bildvokabular funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Komplexe Begriffe und abstrakte Konzepte werden auf ihre visuelle Essenz reduziert – ein einfaches, schnell zeichenbares Symbol, das sofort verstanden wird. „Innovation“ wird zur Glühbirne, „Teamarbeit“ zu verbundenen Figuren, „Wachstum“ zu einem aufsteigenden Pfeil mit Pflanze.

Typische Kategorien eines Bildvokabulars:

  • Menschen und Figuren: Strichmännchen, Charaktere mit Emotionen und Gesten, Gruppenbilder
  • Container und Rahmen: Sprechblasen, Banner, Boxen, Schilder zur Strukturierung von Inhalten
  • Symbole und Metaphern: Glühbirne (Idee), Zahnräder (Prozess), Berggipfel (Ziel), Kompass (Orientierung)
  • Pfeile und Verbinder: Richtungsanzeiger, Prozessflüsse, Beziehungslinien
  • Schrift und Lettering: Überschriften-Stile, Hervorhebungen, Nummerierungen
  • Objekte und Szenen: Gebäude, Werkzeuge, Landschaften, Fahrzeuge als Bildmetaphern

Was macht ein gutes Bildvokabular aus?

Entscheidend ist nicht die zeichnerische Perfektion, sondern die Klarheit und Wiedererkennbarkeit der Symbole. Ein gutes Bildvokabular erfüllt drei Kriterien: Es ist schnell zeichenbar (unter 10 Sekunden pro Symbol), eindeutig lesbar (auch aus 5 Metern Entfernung) und konsistent im Stil (alle Symbole wirken wie aus einem Guss). Professionelle Visual Facilitators und Graphic Recorder entwickeln über Jahre ein eigenes, umfangreiches Bildvokabular, das ihren persönlichen Stil prägt und ihre Arbeitsgeschwindigkeit ermöglicht.

Dein eigenes Bildvokabular:

  • Bikablo-Bücher: Standardisierte Nachschlagewerke mit hunderten Symbolen – ideal als Einstieg und Inspiration
  • Individuelles Bildvokabular: Über die Praxis entwickelte, persönliche Symbolsammlung – angepasst an eigene Themenfelder und den eigenen Zeichenstil
  • Unternehmens-Bildsprache: Maßgeschneidertes visuelles Vokabular für eine Organisation – abgestimmt auf Branche, Werte und Corporate Design

Bildvokabular im unternehmerischen Kontext

Unternehmen profitieren von einem Bildvokabular auf zwei Ebenen: Zum einen nutzen professionelle Visual Facilitators und Graphic Recorder ihr Bildvokabular, um Workshops und Veranstaltungen visuell zu begleiten. Zum anderen setzen immer mehr Führungskräfte, Trainer und Projektleiter selbst einfache Visualisierungen ein – am Flipchart, im digitalen Whiteboard oder in Präsentationen.

Schlüsselkonzepte:

  • Niedrige Einstiegshürde: Bereits 20–30 Grundsymbole reichen aus, um Meetings und Präsentationen visuell aufzuwerten
  • Universelle Verständlichkeit: Bilder überwinden Sprachbarrieren – besonders wertvoll in internationalen Teams und im DACH-Raum mit seiner Mehrsprachigkeit
  • Aufmerksamkeit und Erinnerung: Visuell unterstützte Inhalte werden nachweislich besser erinnert als rein textbasierte Kommunikation
  • Professionalisierung: Vom Flipchart-Anfänger zum Visual Practitioner – das Bildvokabular wächst mit der Praxis

Abgrenzung zu verwandten Konzepten:

  • Sketchnotes: Persönliche visuelle Notizen, die ein Bildvokabular als Grundlage nutzen
  • Icon-Bibliotheken (digital): Fertige Grafik-Sets für Präsentationen und Webdesign – nicht handgezeichnet
  • Piktogramme: Genormte Zeichen (z. B. Verkehrsschilder, ISO-Symbole) – standardisiert und nicht individuell

FAQ

Was ist ein Bildvokabular?
Ein Bildvokabular ist eine systematische Sammlung einfacher Symbole und Bildzeichen, die zur visuellen Kommunikation eingesetzt werden. Es bildet die Grundlage für Graphic Recording, Visual Facilitation und Sketchnotes und ermöglicht es, abstrakte Konzepte schnell und verständlich in Bilder zu übersetzen.

Was bedeutet Bikablo?
Bikablo® steht für „Bilder-Karten-Blocks“ und ist eine vom Unternehmen Bikablo® entwickelte und über Neuland vertriebene Publikationsreihe mit visuellen Symbolbibliotheken. Der Begriff hat sich im DACH-Raum als Gattungsbezeichnung für hochwertige Trainings und Bildvokabular-Nachschlagewerke etabliert.

Muss man zeichnen können, um ein Bildvokabular zu nutzen?
Nein. Ein Bildvokabular basiert auf einfachen Grundformen – Kreise, Quadrate, Dreiecke, Linien und Punkte. Jeder, der schreiben kann, kann auch visualisieren. Es geht nicht um Kunst, sondern um klare, schnell erfassbare Kommunikation.

Wie baut man ein eigenes Bildvokabular auf?
Am besten schrittweise: Mit 20–30 Grundsymbolen starten (Menschen, Pfeile, Container, Grundmetaphern), diese regelmäßig üben und nach und nach um themenspezifische Symbole erweitern. Professionelle Visualisierungstrainings beschleunigen diesen Prozess erheblich.